Viele sprechen über das Thema Auswandern, aber nur wenige reden konkret über Zahlen. Gerade das Thema Geld beim Auswandern wird oft viel zu oberflächlich behandelt oder bewusst schön gerechnet. Ich gehe einen anderen Weg. Ich habe mir für mich selbst eine klare und ehrliche Rechnung aufgestellt, damit ich weiß, worauf ich mich einlasse. Nicht auf den Euro genau, aber realistisch genug, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
Warum ich beim Auswandern überhaupt rechne
Ich möchte nicht einfach irgendwo ankommen und hoffen, dass es schon funktioniert. Für mich bedeutet Auswandern auch, die finanzielle Seite im Griff zu haben. Geld beim Auswandern ist kein Nebenthema, sondern die Grundlage für alles. Ich will nicht in eine Situation kommen, in der ich jeden Euro umdrehen muss oder unter Druck gerate. Genau deshalb habe ich mir ganz bewusst angeschaut, was ich wirklich brauche und wo realistische Grenzen liegen.
Monatliche Kosten – realistisch gerechnet
Ich gehe nicht von einem Minimalleben aus, sondern von einem Niveau, mit dem ich mich wohlfühle. Viele rechnen sich das Leben im Ausland schön und setzen viel zu niedrige Beträge an. Ich möchte meinen letzten Lebensabschnitt genießen – ohne finanziellen Stress oder ständiges Nachdenken über jeden Euro. Gerade beim Thema Geld beim Auswandern führt zu optimistisches Rechnen später schnell zu Problemen. Deshalb habe ich bewusst etwas großzügiger kalkuliert.
Meine grobe Planung für Kambodscha sieht aktuell so aus:
- Miete etwa 600 – 700 Euro
- Strom 150 Euro (Strom ist teuer in Kambodscha)
- Essen 500 Euro
- Internet, Wasser, Handy Tarif, Kleinigkeiten 100 Euro
- Roller (Benzin, Reparaturen) 100 Euro
- Krankenversicherung etwa 250 Euro
- Kleidung sowie Freizeit (Kaffee, Eintritte usw.) 300 Euro
- Gesamtkosten: rund 2100 Euro monatlich
Ich weiß, dass einige jetzt sagen werden, dass diese Kosten zu hoch angesetzt sind – gerade für Kambodscha. Und ja, das mag in vielen Fällen stimmen. Aber ich gehe bewusst diesen Weg.
Ich setze lieber zu hoch an als zu niedrig.
Natürlich steckt in jedem dieser Punkte noch Sparpotenzial. Aber ich plane nicht mit dem Minimum, sondern mit einem realistischen und für mich angenehmen Lebensstandard.
Wohnung:
Ich möchte westlichen Standard, idealerweise mit Shared Pool und in relativ zentraler Lage. 600 bis 700 Euro halte ich dafür für realistisch. Wenn ich etwas Günstigeres finde, das meinen Ansprüchen entspricht, umso besser.
Strom:
Gerade in Kambodscha ist eine Klimaanlage für uns aus dem Westen praktisch unverzichtbar. Zumindest nachts wird sie bei mir laufen. Strom ist dort relativ teuer (aktuell etwa 0,25 Euro pro kWh), daher halte ich 150 Euro für eine realistische Einschätzung.
Essen:
Hier gibt es viel Spielraum. Wenn ich ausschließlich lokal esse oder selbst koche, komme ich deutlich günstiger weg. Ich möchte mir aber auch regelmäßig westliches Essen gönnen – und das ist im Ausland oft überraschend teuer. Umgerechnet sind das etwa 16 Euro pro Tag. Wahrscheinlich werde ich weniger brauchen, aber ich plane bewusst mit etwas Puffer.
Die übrigen Kosten halte ich ebenfalls für realistisch. Und wenn ich am Ende weniger ausgebe, ist das nur ein Vorteil. Ich kalkuliere aktuell mit etwa 2.100 Euro monatlich.
Meine angestrebte Frühpension wird voraussichtlich rund 2.400 Euro betragen. Damit wäre ich auf einer stabilen Basis. Mir ist bewusst, dass ich damit im Vergleich zu vielen anderen in einer komfortablen Situation bin. Es gibt genügend Menschen, die mit deutlich weniger auskommen müssen. Und ja, auch das ist möglich – gerade in Kambodscha. Aber dann lebt man anders. Und genau das ist der Punkt. Ich habe für mich entschieden, nicht am Limit zu leben, sondern mit einem gewissen Spielraum.
Einmalige Kosten – der unterschätzte Teil
Was viele beim Auswandern komplett unterschätzen, sind die Anfangs- und außerplanmäßigen Kosten. Auch hier spielt Geld beim Auswandern eine größere Rolle, als man zunächst denkt. Diese Ausgaben kommen oft geballt am Anfang und können schnell mehrere tausend Euro ausmachen.
Typische Punkte, die man dabei unbedingt einplanen sollte, sind:
Flugkosten:
Zuerst natürlich der Flug in dein Zielland. In meinem Fall geht es nach Kambodscha. Von Frankfurt aus rechne ich in der Economy Class mit etwa 1.000 bis 1.200 Euro.
Was viele dabei vergessen: Es kann immer Situationen geben, in denen man kurzfristig nach Deutschland zurück muss – sei es aus familiären oder organisatorischen Gründen. Dafür sollte man ebenfalls noch einmal etwa 1.000 bis 1.200 Euro als Reserve einplanen.
Miete und Kaution:
Ähnlich wie in Deutschland wird auch im Ausland in der Regel eine Kaution fällig. Je nach Objekt und Lage liegt diese meist bei zwei bis drei Monatsmieten. In meinem Beispiel bedeutet das:
Bei einer monatlichen Miete von rund 700 Euro kommen schnell etwa 2.100 Euro Kaution zusammen.
Mobilität:
Gerade in den ersten Monaten wird man sich häufig erst einmal einen Roller oder ein Auto mieten, um flexibel zu sein. Sobald man sich eingelebt hat, lohnt sich in der Regel die Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs. Für einen Roller kann man – je nach Modell und Zustand – etwa 1.500 bis 4.000 Euro einplanen.
Einrichtung und erste Ausstattung:
Viele Wohnungen oder Häuser sind bereits möbliert, besonders in Südostasien. Dennoch fehlen oft Dinge, die man im Alltag benötigt oder einfach gerne hätte.
Dazu gehören beispielsweise:
- Küchenutensilien
- kleinere Elektrogeräte
- Persönliche Gegenstände
Hier setze ich pauschal etwa 1.000 Euro an.
Bürokratie und laufende Gebühren:
Auch wenn die Bürokratie im Ausland oft entspannter ist als in Deutschland, ganz ohne geht es natürlich nicht. Ein wichtiger Punkt ist das Visum:
Für Kambodscha liegt das Rentner-Jahresvisum aktuell bei etwa 300 Euro pro Jahr. Sollte man zusätzlich arbeiten wollen oder Einkünfte vor Ort erzielen, kommen noch einmal etwa 100 bis 150 Euro jährlich für eine Arbeitserlaubnis hinzu.
Fazit: Ohne finanziellen Puffer geht es nicht
Du siehst selbst: Diese Kosten summieren sich schnell zu einem ordentlichen Betrag. Und das sind nur die Dinge, die man relativ gut planen kann.
Genau deshalb ist ein ausreichender finanzieller Puffer beim Auswandern so entscheidend. Er sorgt dafür, dass du nicht unter Druck gerätst und deinen Neustart entspannt angehen kannst.
Der wichtigste Punkt: der finanzielle Puffer
Für mich ist nicht das monatliche Budget der entscheidende Faktor, sondern der finanzielle Puffer. Geld beim Auswandern bedeutet für mich vor allem Sicherheit und Ruhe. Ich plane nicht nach dem Motto „es wird schon reichen“, sondern mit ausreichenden Reserven.
Mein Ziel ist es, mehrere Monate komplett abgesichert zu sein, ohne auf laufende Einnahmen angewiesen zu sein. Dieser Puffer gibt mir die nötige Gelassenheit und verhindert, dass ich unter Druck gerate oder vorschnelle Entscheidungen treffen muss.
Ich möchte hier bewusst keine konkreten Zahlen nennen, aber mein finanzieller Puffer bewegt sich mittlerweile im fast sechsstelligen Bereich. Das ermöglicht es mir, das Thema Auswandern sehr entspannt und ohne existenziellen Druck anzugehen.
Mir ist dabei völlig klar, dass ich mich in einer sehr guten Ausgangssituation befinde, die nicht jeder hat. Und genau deshalb halte ich es für wichtig, das auch offen zu sagen: Es kann sinnvoll sein, den Schritt ins Ausland nicht zu überstürzen. Manchmal ist es die bessere Entscheidung, noch ein oder zwei Jahre in Deutschland zu bleiben und sich gezielt eine solide finanzielle Basis aufzubauen.
Warum ich bewusst höher rechne
Ich kalkuliere absichtlich großzügig. Lieber habe ich am Ende Geld übrig, als dass ich mich verschätze. Viele rechnen sich das Leben im Ausland schön und gehen mit zu optimistischen Zahlen an das Thema heran. Ich mache bewusst das Gegenteil. Gerade beim Thema Geld beim Auswandern ist Ehrlichkeit entscheidend. Ich rechne eher zu hoch als zu niedrig, um mir selbst Sicherheit zu geben und später entspannt reagieren zu können.
Mein Fazit
Für mich bedeutet Auswandern nicht, möglichst günstig zu leben. Es bedeutet, bewusst zu planen und finanziell stabil zu sein. Geld beim Auswandern ist dabei kein Detail, sondern der entscheidende Faktor für ein entspanntes Leben im Ausland. Ich möchte nicht improvisieren müssen, sondern vorbereitet sein. Diese Rechnung ist für mich die Grundlage, um diesen Schritt mit einem guten Gefühl gehen zu können.
Wenn dich das Thema insgesamt interessiert, schau dir auch meinen Beitrag über Finanzen neu ordnen an. Dort gehe ich noch einmal detailliert darauf ein, wie wichtig finanzielle Klarheit vor einem Neustart ist.
Diese Übersicht zeigt dir klar, welche laufenden Kosten dich im Alltag erwarten und welche einmaligen Ausgaben oft unterschätzt werden. Wenn du beide Bereiche im Blick hast, kannst du deinen Neustart finanziell deutlich entspannter und realistischer planen.




