Sachen verkaufen vor der Auswanderung – was ich dabei gelernt habe

Sachen verkaufen vor der Auswanderung – wie es bei mir begann

Sachen verkaufen vor der Auswanderung klingt einfach. Du nimmst was du nicht mehr brauchst, stellst es online, jemand kauft es, du bekommst Geld. Erledigt.

So habe ich mir das vorgestellt.

Die Realität war eine andere. Nicht weil es technisch schwierig war. Sondern weil ich nicht damit gerechnet hatte, was es emotional mit mir macht – und weil ich am Anfang ein paar Fehler gemacht habe die mich Zeit und Nerven gekostet haben.

Ich bin noch nicht ausgewandert. Ich stecke mitten in der Vorbereitungsphase. Und ein großer Teil davon ist gerade: loslassen. Von Dingen die ich über Jahrzehnte gesammelt habe.

Was ich loswerden musste – und wie viel das war

Sachen verkaufen vor der Auswanderung – große Sammlung aus Videospielen, Konsolen und TechnikVideospiele waren jahrelang mein großes Hobby. Hunderte von Spielen, mehrere Konsolen, dazu Technik-Equipment wie Kameras und weiteres Zubehör das sich über die Jahre angesammelt hat. Wer einmal ernsthaft gesammelt hat weiß wie das läuft – man kauft, man behält, man denkt „das brauche ich vielleicht nochmal“ und irgendwann stehen drei Regale voll mit Dingen die man seit zwei Jahren nicht mehr angefasst hat.

Ich habe beschlossen, das alles loszuwerden. Nicht weil ich muss. Sondern weil ich nach Kambodscha gehe und zwei Koffer mitnehme. Da ist kein Platz für eine Spielesammlung.

Warum ich fast alles über eBay verkaufe – und nicht über Kleinanzeigen

Sachen verkaufen vor der Auswanderung – Videospiele, Kamera und Versandmaterial für den eBay VerkaufIch habe mich von Anfang an bewusst für eBay.de entschieden. Und zwar ausschließlich als Sofortkauf ohne Auktionen.

Der Grund ist simpel: Ich habe keine Lust auf Preisverhandlungen. Wer schon mal auf Kleinanzeigen verkauft hat kennt das – „Nehmen Sie 30 Euro?“ für einen Artikel der mit 60 Euro inseriert ist. „Ist der Preis noch verhandelbar?“ als erste Nachricht. Das kostet Energie die ich nicht aufwenden will.

Bei eBay mit Sofortkauf ist der Preis der Preis. Wer kaufen will kauft. Wer nicht will, scrollt weiter. Keine Diskussion, keine Verhandlung, kein Theater.

Nur für wirklich sperrige Sachen die ich nicht verschicken kann – wie ein Fitnessbike – habe ich Kleinanzeigen genutzt, aber ausschließlich zur Abholung. Einmal einstellen, Abholer kommt, fertig.

Was gut läuft und was überraschend schwierig ist

Technik und Konsolen gehen gut weg. Wer gezielt nach einer bestimmten Konsole oder einem bestimmten Spiel sucht, findet es auf eBay und kauft. Der Markt ist da, die Nachfrage ist real.

Einzelne Spiele sind aufwendiger. Bei hunderten von Titeln bedeutet das: hunderte Artikel anlegen, hunderte Fotos machen, hunderte Beschreibungen schreiben. Das ist kein Abend Arbeit sondern wochenlange Fleißarbeit. Ich habe das unterschätzt.

Was geholfen hat: Spiele die einzeln kaum etwas bringen in Pakete packen. Zehn Spiele eines Genres als Bundle, ein vernünftiger Gesamtpreis, und der Aufwand pro Euro Erlös sinkt deutlich.

Kamera-Equipment und höherwertige Technik läuft am besten. Hier sind die Käufer oft gezielter unterwegs, die Preise sind stabiler und der Aufwand pro Artikel lohnt sich wirklich.

Der emotionale Teil den ich unterschätzt habe

Sachen verkaufen vor der Auswanderung – Mann hält nachdenklich ein altes Videospiel in der HandHier wird es ehrlich. Es gibt Sachen die ich eingestellt habe und dabei nichts gefühlt habe. Ein Ladekabel, ein Controller, ein Spiel das ich nie wirklich gespielt habe.

Und dann gibt es Momente wo man plötzlich denkt: “ Das könntest Du eigentlich noch behalten.“

Ich habe ein Spiel verkauft das ich vor vielen Jahren in einer komplett anderen Lebensphase gekauft habe. Es war nicht teuer, es war nicht selten. Aber beim Einpacken habe ich kurz innegehalten, weil dieses Spiel für mich für eine Zeit steht die lange vorbei ist. Für Abende die es nicht mehr gibt. Für eine Version von mir die ich hinter mir lasse.

Ich habe es trotzdem eingeschickt. Aber es hat einen Moment gedauert.

Das passiert öfter als ich erwartet hatte. Nicht dramatisch, nicht lähmend – aber es ist da. Gegenstände tragen Erinnerungen. Und wenn man sie loslässt, lässt man auch einen Teil dieser Erinnerungen los. Das ist kein schlechtes Gefühl. Es ist ein ehrliches.

Was der Verkauf mit meinem Kopf macht

Sachen verkaufen vor der Auswanderung – fast leeres Zimmer mit Kartons und gepacktem KofferJe mehr Dinge weg sind, desto klarer wird der Plan. Das klingt banal. Aber es stimmt. Solange etliche Regale und Schubladen voll Videospiele im Zimmer sind, ist die Auswanderung irgendwie noch abstrakt. Ein Gedanke, ein Vorhaben, eine Idee.

Wenn die Regale leer werden, wird es konkret. Jedes Paket das ich zur Post bringe ist ein weiterer Schritt Richtung Kambodscha. Jeder leere Platz im Zimmer macht den Neustart realer.

Das hätte ich mir vorher nicht so vorgestellt. Aber der Verkaufsprozess ist nicht nur Logistik. Er ist Teil der Vorbereitung im Kopf.

Was ich anderen empfehlen würde

Früher anfangen als du denkst. Der Aufwand bei einer größeren Sammlung ist enorm und du willst das nicht in den letzten Wochen vor der Abreise erledigen müssen.

Sofortkauf statt Auktion. Preisverhandlungen kosten Energie. Die Energie brauchst du woanders.

Pakete schnüren für Kleinkram. Einzelne günstige Artikel lohnen sich kaum wenn man den Aufwand mit einrechnet.

Nicht alles muss Geld bringen. Was sich nach Wochen nicht verkauft, geht weg – verschenken, spenden, wegwerfen. Ein klarer Kopf und ein leeres Zimmer sind auch ein Gewinn.

Wo ich gerade stehe

Ich bin noch mittendrin. Die Sammlung wird kleiner, das Zimmer lichtet sich. Es dauert länger als geplant und ist aufwendiger als erwartet – aber es fühlt sich richtig an.

Sachen verkaufen vor der Auswanderung ist nicht glamourös. Es ist Arbeit, manchmal emotional, manchmal einfach nur mühsam. Aber es ist einer der konkretesten Schritte die ich gerade machen kann. Und nach jedem Paket das die Wohnung verlässt, ist der nächste Schritt ein bisschen greifbarer.

Was der Verkauf finanziell bringt

Sachen verkaufen vor der Auswanderung – Technik, Spiele und Verkäufe finanzieren den Neustart in SüdostasienIch mache das nicht nur wegen des leeren Zimmers. Der Erlös fließt direkt in meinen Auswanderungs-Puffer.

Wer eine größere Sammlung hat – Videospiele, Konsolen, Technik-Equipment – sitzt oft auf mehr Geld als er denkt. Gute Spiele erzielen auf eBay ordentliche Preise, seltene Titel noch mehr. Konsolen gehen weg wenn der Zustand stimmt. Kamera-Equipment sowieso.

Ich bin aktuell bei einem weit fünfstelligen Betrag. Und ich bin noch lange nicht fertig.

Das bedeutet konkret: Mehr als ein Jahr Leben in Kambodscha – allein aus dem Verkauf von Dingen die jahrelang im Regal verstaubt sind. Wer das nicht als Motivation sieht anzufangen, dem kann ich auch nicht helfen.

Der Kram den du seit Jahren nicht mehr anfasst, finanziert deinen Neustart. Das ist kein schlechter Deal. Das ist eigentlich der beste Deal den du gerade machen kannst.

Sachen verkaufen vor der Auswanderung – Infografik zu Verkauf, Fehlern und Neustart-Puffer

Sachen verkaufen vor der Auswanderung bedeutet nicht nur weniger Besitz. Es bedeutet auch mehr Klarheit, mehr Freiheit und oft einen deutlich größeren finanziellen Puffer als man vorher gedacht hätte.

Weitere Artikel zum Thema Auswanderung:

Vorheriger Artikel
Zu alt für einen Neustart? – du hast nur Angst
Nächster Artikel
Gutes Einkommen, aber keine Freiheit – meine ehrliche Erfahrung

Schreibe einen Kommentar